Schlangen auf Mallorca: Die aktuelle Lage im Überblick
Invasive Schlangenarten breiten sich auf Mallorca aus und werden zunehmend auch in Küstennähe gemeldet. Alles zur aktuellen Lage – eingeordnet von The Balearian.

Die Schlagzeilen der letzten Tage sind eindeutig: Schlangen auf Mallorca werden immer häufiger gesichtet – und das nicht mehr nur in abgelegenen Olivenhainen oder unter Terrassendielen von Fincas. Auch an belebten Küstenabschnitten und in Strandnähe tauchen die Tiere auf. Für viele Urlauber klingt das alarmierend. Die Realität ist deutlich nüchterner – aber das Phänomen verdient eine ehrliche Einordnung.
Was gerade auf Mallorca passiert
Auf Mallorca breiten sich invasive Schlangenarten seit einigen Jahren zunehmend aus. Inzwischen kommen mehrere Natternarten auf der Insel vor, darunter die Treppennatter, die Schlingnatter und die Hufeisennatter. Vor allem letztere bereitet zunehmend Probleme, da sie sich stark vermehrt und kaum natürliche Feinde hat. Einzelne Tiere können bis zu zwei Meter lang werden.
Sichtungen häufen sich besonders in den Gemeinden Llucmajor, Calvià und Santa Maria – aber die Tiere werden zunehmend auch in anderen Teilen der Insel gemeldet. Der Grund ist simpel: COFIB-Direktor Miquel Puig erklärt, dass höhere Temperaturen die Aktivität der wechselwarmen Tiere steigern und ihr Nahrungssuchverhalten verstärken – Sichtungen nehmen im Sommer deshalb deutlich zu.
Wie kamen die Schlangen nach Mallorca?
Schlangen auf Mallorca sind ursprünglich nicht heimisch. Vermutlich gelangten sie Anfang der 2000er-Jahre mit importierten Pflanzen auf die Insel – unter anderem für Gärten von Fincas und Hotels. Auf der Insel haben sie keine natürlichen Feinde, was ihre Ausbreitung begünstigt.
Inzwischen haben sich die Schlangen nicht nur auf der Hauptinsel, sondern auch auf Sa Dragonera und kleineren Nachbarinseln etabliert. Die Artenschutzorganisation COFIB hat bereits hunderte Fallen aufgestellt.

Wie gefährlich sind die Schlangen wirklich?
Kurze Antwort: für Menschen kaum. Auf der Insel gibt es drei Arten von Nattern: die Hufeisennatter sowie die Treppen- und Schlingnatter. Sie alle zählen zu den ungiftigen Schlangenarten. Auch wenn sie nicht gefährlich sind, können sie dennoch zubeißen – das ist zwar nicht lebensgefährlich, kann aber schmerzhaft sein und zu Entzündungen führen. Besonders Hufeisennattern reagieren immer wieder aggressiv, in der Regel aber nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder angefasst werden.
Für das ökologische Gleichgewicht der Insel sind die invasiven Arten allerdings ein ernstes Problem: Eidechsen, Frösche und Kleinvögel stehen auf dem Speiseplan der Schlangen – und gefährden damit das natürliche Gleichgewicht der Insel. Für Urlauber bleiben Schlangen auf Mallorca jedoch ungefährlich.
Was tun bei einer Sichtung?
Wer Schlangen auf Mallorca begegnet, sollte folgende Regeln kennen:
Ruhe bewahren. Schlangen greifen Menschen nicht aktiv an – sie weichen aus, wenn sie können. Wer eine Schlange sieht, sollte Abstand halten, das Tier nicht anfassen und keine hektischen Bewegungen machen.
Nicht versuchen, die Schlange zu vertreiben oder zu töten. COFIB empfiehlt, bei jeder Sichtung die Notrufnummer 112 oder den COFIB-Direktanschluss anzurufen. Foto und Standort mitteilen hilft bei der Identifikation und schnellen Reaktion.
Bei einem Biss: ruhig bleiben, die betroffene Stelle nicht abbinden oder aussaugen, und so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufsuchen.
Muss man seinen Mallorca-Urlaub überdenken?
Nein. Mallorca gilt als eines der sichersten Reiseziele Europas, was Wildtiere betrifft. Es gibt keine großen Raubtiere, keine gefährlichen Giftschlangen und Schlangenbisse sind extrem selten. Wer wandert, sollte festes Schuhwerk tragen und in der Natur aufmerksam sein – das ist auf jeder Mittelmeerinsel eine gute Idee.
Wer in einer privaten Villa oder Finca auf Mallorca wohnt, sollte Holzstapel, dichte Büsche und Drainageöffnungen im Außenbereich im Auge behalten. Nicht weil eine Begegnung wahrscheinlich ist, sondern weil ein informierter Gast gelassener reagiert als ein überraschter.
Fazit
Schlangen auf Mallorca sind ein wachsendes ökologisches Phänomen – aber kein Grund zur Panik. Die Tiere sind ungiftig, scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Was sich geändert hat: die Wahrscheinlichkeit, im Sommer 2026 eine Schlange zu sehen, ist höher als noch vor einigen Jahren. Wer das weiß und weiß wie er sich verhält, kann entspannt bleiben – und seinen Urlaub auf der Insel genauso genießen wie immer.
Stand: Juni 2026

Titelbild: R. Altenkamp (Accipiter), via Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.












